Die Jugend von heute...Das war alles schon immer so und wird auch sicher so bleiben, solange es uns gibt:
"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
(Aristoteles, 384-322 v. Chr)
Natürlich macht das jede nachkommende Generation nach den Möglichkeiten ihrer Zeit aufs Neue durch, und die davor wird sich negativ über ihre Nachkommen auslassen.
Ein kleiner Teil wird wie seit eh und je gang und gäbe untergehen, der große Rest wird irgendwann vernünftig werden (früher oder später, mehr oder weniger - so wie wir auch).
Perfekt ist nur die Fantasie. Realität ist immer vom Chaos und der Versuchung beeinflusst.
Dass wir die Schnaazen verhätscheln und vertätscheln wo es nur geht, daran sind wir selber schuld. Aber wer will nicht das Beste für die lieben Kleinen und wer kann schon nein sagen, wenn einen große Kulleräuglein bittend anflehen.
Extreme sind nach Möglichkeit ganz klar zu vermeiden, aber wahrscheinlich auch nicht zu verhindern. In Afrika verhungern immer noch die Kinder - und bei uns, da platzen sie. Wie immer ist genug da, nur ist es nicht anständig verteilt.
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Als ich noch ein junger Mann war....Bis ich ca. 9 war war ich glücklich, sportlich, fit. Dann erbten meine Eltern ein altes Wirtshaus in einem anderen Ort. Der Einstieg in die neue Umgebung, Nachbarschaft, Schule, Freundschaften, ... war irgendwie nicht leicht und Zeit hatten meine Eltern nicht mehr. Allerdings war der Kühlschrank immer voll und Cola schmeckt halt den meisten - die verkaufen net umsonst so viel davon. Irgendwie lief es aus dem Ruder und ich hatte mit 17 einen Hauptschulabschluss, eine abgebrochene Zimmererlehre, jedes Wochenende einen in der Krone, und ca. 115 Kilo. Ich war in eigentlich allen Aspekten wild unterwegs, will aber hier nicht weiter ausholen. Kein Mensch hätte jedenfalls damals auch nur einen Hosenknopf auf mich gewettet. Meine Eltern hatten zuerst keine Zeit und später allen Einfluss verloren.
Mit 18 bin ich erst wieder aufgewacht und hab mich mit Sport und Disziplin wieder auf fitte 79kg gebracht. Es war weniger von Ehrgeiz getrieben, sondern mehr, dass ich das alles nicht mehr ausgehalten habe. Bin von meinem kleinen Nest im Bayrischen Wald nach Frankfurt gezogen, mit 23 die Mittlere Reife nachgeholt, mit 25 Fach-Abi und mit 30 ein Studium als Wirtschaftsjurist abgeschlossen. Inzwischen ... Naja. Ich will euch nicht langweilen.
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Die Moral...Ab einem bestimmten Alter hat jeder seinen Weg und sein Schiksal selbst in der Hand. Intelligenz ist angeboren und hat nichts mit Bildung zu tun (Es gibt genügend schlaue Arbeiter und genügend bekloppte studierte). Wer die Freiheit (das ist für jeden was anderes) stark und ernst genug will, der ist in seinem Drang eh nicht aufzuhalten. Entweder er findet seine Freiheit oder er geht unglücklich daran zu Grunde. Allein schon die Freiheit zu suchen macht glücklicher weil man ein lohnendes Ziel hat.
Unser Land und unsere Zeit bieten viele Möglichkeiten. Nutzen muss sie jeder selber. Schwer ist der erste Schritt und alles durchzuhalten, auch wenn es einen manchal nervt und die Bedingungen nicht immer optimal bleiben (sie sind es eigentlich nie). Der Schlüssel ist das Tun. Die Zeit ist zwielichtig - sie kann dein Freund oder dein Feind sein. Je nach dem, was du mit ihr machst. Die Karten des Lebens werden jeden Tag neu gemischt. Aber schon so manches Ass wurde zum Schwarzen Peter und umgekehrt. Es kommt auf den Spieler an.
Jeder ist Jugend, solange er noch etwas vor hat.
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Gebt den Jungen eine Chance.
Edited by Tom996Ffm, 14 November 2009 - 07:10 Uhr.