Am 17ten Mai Vor 10 Jahren Passierte
#21
Posted 19 May 2010 - 19:55 Uhr
Viele schöne weitere Jahre.
#22
Posted 19 May 2010 - 20:04 Uhr
#23
Posted 19 May 2010 - 21:20 Uhr
Die Story vom simmifreak hab ich auch schon gelesen, jetzt weiß ich wer das war.
#24
Posted 19 May 2010 - 21:45 Uhr
Aber ich will nicht zu weit vorgreifen...soll er doch lieber selbst erzählen...ich glaub er hats schon mal irgendwo erzählt...
Den TV Bericht hab ich auch gesehen und war hin und weg. Warst du es nicht auch Boogie, der ständig neue Prothesen braucht, weil er die Zehen immer auf der Renne abschleift
Hab mal nen Bild gesehen, wo der halbe Schuh und die Prothese weggeschliffen waren
Edited by Engel182, 19 May 2010 - 21:51 Uhr.
#25
Posted 19 May 2010 - 23:21 Uhr
Der Unfall passierte so: bin von der Bundesstrasse runter und dann hinter nem auswärtigen Suzuki Vitara gefahren, Tempo so etwa 60. Dann kamen wir an ne Kreuzung mit abknickender Vorfahrt nach links, ich mußte gradeaus.
Der Suzuki vor mir ist dann rechts abgebogen und wollte gleich aus der Kreuzung raus umdrehen, dabei hat der Fahrer mich übersehen.
Ich bin schon etwas nach links ausgewichen, weil ich mir sowas in der Art schon gedacht hatte.
Als der dann tatsächlich auf mich zu kam, dachte ich nur noch:"Sch....., jetzt mußt in die Böschung ausweichen !!"
Das Nächste, was ich dann wieder bewußt mitbekommen habe, war dass ich auf dem Rücken, Kopf nach unten an der Böschung lag und dachte:"Jetzt hat mich der Depp doch tatsächlich über den Haufen gefahren !!"
Habe dann die Arme und Beine bewegt, um festzustellen, ob noch alles reagiert. Ging auch alles, bloß so nen Druck hatte ich auf der rechten Schulter, da habe ich rüber geschaut und das rechte Bein quasi mit dem Knie auf der Schulter liegen sehen. Hab's dann nach unten in die eigentliche Lage geklappt, auf die zerrissene Kombi und das raus quellende Blut geschaut und gedacht:"Mist, das wird morgen nichts mit der Schule(machte damals grade ne Umschulung, wäre in 4 Wochen fertig gewesen)."
Dann kam schon die Erste an und fragte, wie's mir denn geht. Ich habe der daurafhin mein Handy gegeben, ihr die Nummer meiner Frau angesagt,(die ich sonst immer falsch sagte) und sie gebeten, ihr das etwas schonend beizubringen.
Irgendjemand hat dann versucht, mit seiner Krawatte das Bein abzubinden.
Relativ schnell(wie ich damals dachte) war auch schon der Sanka da und die Sanis begannen ihr Werk. Wollten dann meine Kombi aufschneiden, wogegen ich protestierte, das Teil ist ja keine 4 Wochen alt.
Wollte dann die Jacke ausziehen, was aber nicht ging, da ich ja auf dem Rücken lag und den Verbindungsreißverschluss nicht aufbekam. Haben dann weiter gemacht und ich meinte dann nur noch:"Jetzt dürfts mir was geben, denn langsam fängt es an, weh zu tun." Da hat's mich dann weggebeamt.
Das nächste, was ich dann mitbekam, war, wie ich aus dem Hubschrauber raus in den OP gefahren wurde, wachte auf, weil ich Regen ins Gesicht bekam. Sah dann die Holzwände links und rechts am Gang und dachte nur:"Mist, jetzt ist's vorbei, die fahren dich gleich in die Pathologie!!"
Bin aber dann doch in den OP gefahren worden, habe die OP-Leuchte und die Uhr gesehen und dann wurde es wieder dunkel um mich.
Irgendwann, lange Zeit später(ca 2 Monate nach dem Unfall) ließ man mich wieder aufwachen. Zwischenzeitlich wurde das Bein wegen einer lebensbedrohliche Sepsis amputiert. Habe ich irgendwie geträumt: ein Arzt kommt und sagt, "Herr Haider, wir müssen das Bein leider amputieren." Und ich sagte:"Das habe ich mir schon gedacht." Daraufhin sah ich, wie mich zwei Pfleger links und rechts unterhakten, zu ner Kreissäge tragen und dann das Bein amputieren. Bin quasi geistig sitzen geblieben und habe zugesehen, wie sie meinem Körper das Bein absäbeln, auch irgendwie witzig.
Dann ging die Wiedergenesung los, die begleitet war von Multiorganversagen, incl Dialyse, Tracheotomie, Lagerung auf dem Rotorest-Bett, schwerer Gelbsucht, Abmagerung auf 43 kg und anderer, nicht angenehmer Sachen.
Als mich ein Arzt dann mal fragte, an was ich mich erinnern kann, habe ich eben obige Geschichte erzählt. Da sah der mich ganz ungläubig an, und fragte mich, wie ich das denn gesehen hatt. Und ich erwiederte:"So, wie man das halt von ner Trage aus sieht." Worauf der meinte:"Nicht von oben oder so ?" Und ich verneinte und fragte, warum denn ?? Da meinte er, als ich auf dem OP-Tisch lag, hatte ich keinen Puls und Herzschlag mehr, lichtstarre Pupillen und das EEG zeigte auch nichts mehr an, ich war klinsich tot.
Nun, da hätte ich wohl auch geschluckt, was ich aber wegen der Trachialkanüle nicht konnte.
Dann vergingen die Tage, mal ging's mir besser, mal wieder schlechter. Es wurde dann noch vom rechten Lungenflügel ein Viertel entfernt, weil sich darin eine Lungenentzündung festgesetzt hatte und die man mit Antibiotika nicht mehr bekämpfen konnte.
Auch wurde ich mal extubiert, worauf ich aber in der darauf folgenden Nacht beinahe den Löffel abgab.
War ne seltsame Sache, habe das irgendwie geträumt: ich stand an unserem Bett und habe meine Frau friedlich schlafen sehen. Dachte mir, der geht's gut, ich schnaufe jetzt noch dreimal durch und das war's dann. Dann wurde es wieder schwarz.
Als mich dann meine Frau am nächsten Tag besuchte, erzählte sie mir, was in der Nacht passierte: sie ist aufgewacht, weil es plötzlich im Schlafzimmer ziemlich hell wurde. Sie schaute dann und sah mich am Bettende stehen(also genau da, wo ich glaubte zu stehen), gekleidet mit meinem schönen OP-Hemdchen, allerdings als Skelett.
Sie hat sich dann die Bettdecke über den Kopf gezogen und gedacht, wenn was ist, dann rufen die mich schon an.
Nun ja, ich war dann noch bis Ende September 2000 auf der Intensiv-Station, durfte in der Zeit wieder versuchen, auf einem Bein zu stehen, mußte wieder schreiben lernen(komplette Feinmotorik war weg) und nicht zuletzt auch wieder sprechen lernen, denn der Zungenmuskel war erst gelähmt und hatte hinterher keine Kraft mehr.
Die Schwestern neckten mich immer und sagte: "Herr Haider, zeigen Sie uns doch mal die Zunge !" Und ich brachte das Teil nicht mal an die untere Zahnreihe. Was glaubt ihr, was das für ein Erfolgsgefühl war, als ich das dann endlich schaffte !!
Mittlerweile hatte ich(dank ca 6000 kcal/Tag) wieder knappe 50 kg und kam dann in die Reha. Da war's eigentlich unspektakulär, hatte halt jeden Tag KG, Muskeltraining, Massagen und Fango und nicht zuletzt 3 mal in der Woche ein Gespräch mit einer Psychlogin. Und da ich Psychologen so gerne mag wie 14 Tage Brechdurchfall, habe ich mit der armen Seele nicht viel geredet.
Um es auf ein Ende zu bringen: am 08.02.2001, knapp 9 Monate nach dem Unfall, wurde ich aus der Reha entlassen. Durfte aber vorher schon, ab Weihnachten 2000, immer am WE nach Hause.
Tja und dann begann mein "neues, altes" Leben.
@Engel: du meinst sicher diese Fotos:


Mittlerweile habe ich bessere Stiefel, die etwas länger halten.
Bei MEHRSi bin ich übrigens seit 2003 glaub ich dabei, war da mal 2 Jahre lang Koordinator für den süddeutschen Raum.
Sorry, ist nun doch etwas länger geworden.
#26
Posted 20 May 2010 - 00:37 Uhr
Das muß man auch zu deiner Freundin sagen, daß sie dich wieder fahren läßt! Ich glaube meine Mutter würde mich nie wieder nur eine Maschine angucken lassen!
Mach weiter so und feier deinen zweiten Geburtstag schön!
Gruß Maik
Edited by madmaik, 20 May 2010 - 00:38 Uhr.
#27
Posted 20 May 2010 - 10:30 Uhr
Wünsche Dir und deiner Frau, Alles Gute!
#28
Posted 20 May 2010 - 10:46 Uhr
Ich zeuge dir absoluten Respekt... Die Vorstellung ein bein zu verlieren... wenn man es 20 Jahre nicht anderes gewohnt ist, als mir zwei beinen... ich glaube, ich hätte aufgegben.
Darf ich mal Fragen, ob dem ausländischem Fahrer etwas passiert ist? Also rechtlich?
Und kam es durch die Leitplanke zu dem Abriss deines Beines?
Gruß
Flo
#29
Posted 20 May 2010 - 10:59 Uhr
ich hatte dir damals schon (als die Reportage kam und die Bilder im Netz mit dem "holzfuß") großen Respekt gegenüber gebracht, ebenso wie deiner Frau/Familie.
ich finde es toll dass du dich weiter so munter durch euer Leben kämpfst.
mach weiter so.
Auf die nächsten 10 Jahre, bis zum nächsten Jübiläum.
#30
Posted 20 May 2010 - 11:07 Uhr
Wurde der Autofahrer wenigstens angebracht bestraft und hatte ein großes schlechtes Gewissen?
#31
Posted 20 May 2010 - 11:57 Uhr
Edited by MEHeckenpenner, 20 May 2010 - 11:59 Uhr.
#32
Posted 20 May 2010 - 12:19 Uhr
Es war ein auswärtiger Fahrer, kein ausländischer, obwohl Oberbayern ja fast schon zum Ausland zählt.
Und ich bin nicht an ner Leitplanke hängen geblieben, sondern am Rammschutz des Vitara, hier mal ein Bild:

Das Bein blieb dran, der Oberschenkelknochen war gesplittert, darum auch die zerrissene Kombi. Das Bein wurde erst mit diesen externen Fixateuren wieder in Position gebracht, aber nach 14 Tagen entwickelte sich in der Wunde ne Nekrose, die zu einer Sepsis und dann zur Amputation führte. Bin aber froh drum, denn das neben dem Oberschenkel war auch das Knie lädiert und das Fersenbein gesplittert. Wäre dann wohl steif geblieben und das Mopedfahren hätte ich wohl an den Nagel hängen können.
#33
Posted 20 May 2010 - 12:29 Uhr
#34
Posted 20 May 2010 - 14:09 Uhr
Dennoch finde ich es klasse, wie du damit umgehst!
#35
Gast-Fr6eak_*
Posted 20 May 2010 - 14:16 Uhr
zum Glück sind die Dinger mittlerweile verboten...
#36
Posted 20 May 2010 - 14:45 Uhr
Ich glaube da hattest ne gelb-schwarze Rossi R6 oder??
#37
Posted 20 May 2010 - 19:11 Uhr
Gelb-schwarz ist richtig, allerdings nicht Rossi sondern Kenny Roberts.
#38
Posted 20 May 2010 - 20:04 Uhr
ich kenne Dich ja schon von den Zweitaktern her und weis daher von dem ganzen Übel!
Toll, wie ihr alle in der Familie damit umgeht und Du immer noch auf dem Moped sitzt und Spaß am fahren hast!
Passt auf Dich auf und mach weiter so; vielleicht klappt es ja mal zusammen im "Kreisel".
Gruß, Andreas
#39
Posted 20 May 2010 - 21:03 Uhr
ich will ja schon einiger Zeit mal wieder ein Treffen auf die Beine stellen, aber leider mangelts allenthalben an Interesse, mal ist das Wetter zu schlecht, dann ist einem der Wellensittich gestorben, die Katze hat Bauchweh. Scheinbar gibt's nur noch Alibi-Mopedfahrer, die kein Interesse mehr haben, sich mit Anderen zu treffen, Benzin zu quatschen und das ein oder andere Bier zu leeren.
Dabei wüßte ich genug Locations, wo man sich nach ner schönen Tour treffen könnte, zu quatschen und zur Not auch nächtigen könnte.
Klar, das braucht etwas Vorlauf, aber wenn man genug Leute zusammen bekäme, dann könnte man was auf die Beine stellen.
Hm, ich überlege grade, Platz wäre eigentlich bei uns genug, um dort ne Kompanie campieren zu lassen. Hm, da muss ich mit Engelszungen mal mit meiner Gattin sprechen.
Zusammen kreiseln wäre mal was, wollte ja eh am 03.06 auf den SBR.
Edited by boogie_de, 20 May 2010 - 21:04 Uhr.
#40
Posted 20 May 2010 - 21:10 Uhr
Das nenne ich Lebensmut, Willenskraft und Familienzusammenhalt
Für die Zukunft und Familie weiterhin viel Glück!





