Nachdem in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Kölner Nightshooting gelaufen ist, wurde es mal langsam Zeit für die 30.000er Inspektion. War ja auch schon seit sage und schreibe 500km überfällig. Ich könnte zwar auch alles selber machen- aber bei der eigenen Maschine ist man ja in gewisser Hinsicht etwas "blind" was z.B. schleichenden Verschleiss angeht. Also.. ab in die Werkstatt. Natürlich eine Vertragswerkstatt mit den Stimmgabeln..wennscho-dennschon. Und so ein lückenloses Servicebuch macht sich ja auch ganz gut...
Bis dahin hatte ich eigentlich immer ganz gutes Vertrauen zu dieser Werkstatt. Hab die Maschine da damals gekauft, und bisher alles dort machen lassen- zu ´nem fairen Preis. Alle Wartungspunkte wurden immer abgesprochen, so dass nicht unnötiges gemacht wurde. Diesesmal stand zusätzlich nur der Bremsflüssigkeitswechsel an. Zeitvorgabe gab es nicht. Montags angerufen, hat man mir gesagt, dass sie vielleicht erst am Samstag fertig werden konnte. War von mir aus Ok- sofern alles gewissenhaft gemacht wird- notfals hätte ich noch eine Woche länger auf meine Kleine verzichtet.
Samstag morgen- das Telefonat: Alles fertig, alles Ok..bis auf die Bremsklötze vorne. "Sollen wir die erneuern? Die haben nur noch 50% !" hmmm.. schnell mal nachgerechnet, wieviel dann noch übrigbleibt... "Nee.. dann hab ich ja noch 50%..lass drin, ich halte das im Auge. Danke für den Hinweis"
Also schnell mal für eine Mitfahrgelegenheit gesorgt..und ab zum Händler, wo sie schon bereit stand. Bezahlt..und auf den Weg nach Hause gemacht. Da ich nicht auf die Autobahn wollte, und es mich irgendwie wieder gepackt hat, ein paar Kurven zu fahren, also Landstrasse... quer durchs Bergische Land- unter anderem zum Altenberger Dom. Da war noch alles in Ordnung. Ausser einmal..beim Bremsen..hat das nicht so komisch geknackt? Hat da einer am Lenkopflager was gemacht? War doch gar nicht abgemacht... Oder war ich zu hellhörig, weil meine Kleine in fremden Händen war? Weitergefahren, nichts mehr gemerkt...
An der nächsten Ampel in irgendeinem Kuhdorf fiel mir dann ein BMW hinter mir auf..wie wild gehupt...bestimmt wieder so ein Motorradhasser..war irgenwas am zeigen...ich sehe im Rückspiegel, wie er sich abschnallt...auf mich zukommt..was will der von mir? Ampel Grün- ich geb Gas und lass den wie ein Depp auf der Strasse stehen. Im Nachhinein denke ich mal, dass er da schon mehr wusste als ich...
Der Himmel zog sich zu... Regen liegt in der Luft, bis nach Hause ist es noch ein Stück..also in Burscheid ab auf die Autobahn..nach Köln und dann auf die A57. keine Geschwindigkeitsbeschränkung- kein Verkehr- gute Strassenverhältnisse. Normalerweise fahre ich NIE Autobahn..aber nach der Wartung wollte ich auch mal wissen, ob man meiner R6 noch ohne zu murren die volle Leistung abverlangen kann- konnte man..bis 260 bin ich gekommen, dann tauchte Verkehr am Horizont auf, was mich dazu veranlasste, mal wieder unter die 200 zu kommen, die nächste Ausfahrt war ohnehin meine. Also Griff zur Bremse...und jaa...man merkte, der gute Mechaniker hatte seehr gut entlüftet. War positiv überrascht, wie gut die Bremse vorne zugepackt hat...Dann liess ich den Griff los...musste aber feststellen, dass meien R6 weiter verzögerte...Bremse blieb fest..was nun? Erste Reaktion..Gas geben (Im Nachhinein quatsch..hab ja Heckantieb), Autobahnausfahrt war in Sicht- also runter und direkt an der Ausfahrt den Parkplatz aufsuchen. Da dieser etwas voll war, hab ich es nicht geschafft, in einem Zug zu wenden.. also zurückgeschoben, und beim Bremsen ins leere gegriffen ! Jetzt konnte ich mir das alles gar nicht mehr erklären... nochmal vorwärtsgeschoben.. vllt 1/8 Radumdrehung..plötzlich ein Ruck..Vorderrad blockiert..ohne das ich die Bremse betätigt hätte. Und da das ziemlich überraschend bei einschlagenem Lenker war, hatte ich meine liebe Mühe, die Maschine noch vorm umkippen zu halten.. Dabei sah ich durch die Kanzel, wie sich der Bremsschlauch bewegte.. das war doch sonst nicht so...Seitenständer raus.. und einmal ums Mopped gelaufen... Da hab ich doch tatsächlich beide Schrauben vom Bremssattel vorne links verloren..(Vermutlich hängen sie jetzt bei dem BMW im Kühlergrill oder so). Der Sattel lief locker auf der Scheibe mit, hat sich beim Bremsen an der Gabel abgestützt.
Irgendwie konnte ich das zuerst alles nicht realisieren.. fest stand.. so konnte ich keinen Meter mehr fahren..was nun? Natürlich Handy raus, Werkstatt angerufen. Dumm gelaufen, ging keiner mehr ran- Feierabend. ADAC?..hmmm..wer weiss, was die noch alles anstellen.. also Vatter angerufen, ich wusste, das er gerade mit ´nem leeren Sprinter unterwegs ist, und mich somit nach 1 1/2 Stunden aufsammeln konnte.
Dann habe ich mir erstmal den ganzen Samstag und den halben Sonntag genommen, um mich wieder zu beruhigen und dem Händler schonmal vorab eine sachliche Mail geschrieben mit der Bitte um Lösungsvorschläge.
Sein Lösungsvorschlag war, die fehlenden Schrauben zu bestellen, nach Feierabend bei mir zu Hause vorbeizukommen, und zu montieren. Inklusive neuer Bremsklötze als Entschuldigung. Das wurde dann auch am Dienstagabend umgesetzt.. Der Juniorchef (der es übrigens selbst verbockt hat) hat sich dann nochmal des öfteren entschuldigt und mir unter Tränen neue Klötze verpasst. Also das schlechte Gewissen konnte man ihm nicht abstreiten. Über den Vorfall reden wollte er aber nicht- er zieht es offenbar vor, diese Sache zu verdrängen. Offfenbar war er auch nicht daran interessiert, mich als Kunden zu behalten, denn sonst hätte er sich mehr einfallen lassen müssen...z.B. drastischer Preisnachlass für die nächste Wartung, oder Gutschrift für die offenbar nicht sachgemäss durchgeführte Wartung.. immerhin hatte ich ja noch die Folgekosten gering gehalten..normalerweise hätte er noch die Abschleppkosten an der Backe gehabt.
Dann kan ich mir ja jetzt auch ´ne freie Werkstatt suchen...





