Vielleicht muss ich hier etwas weiter ausholen.
Das folgende Bild zeigt einen Gleichdruckvergaser. Es ist nur ein Beispiel und nicht exakt der, der in der R6 verbaut ist. Beide arbeiten aber nach dem CV (constant vacuum) oder Gleichdruck Prinzip. In der Abbildung strömt die Luft von RECHTS nach LINKS!

Ich denke ein kurzer Überblick über die Arbeitsweise des Vergasers ist nicht schlecht, dann versteht man sofort, wo das Problem hier liegt.
Aufgabe eines Vergasers, die in neueren Baujahren die Einspritzanlage übernimmt, ist es der angesaugten Luft die passende Menge Benzin beizumengen damit im Motor eine effiziente Verbrennung stattfinden kann. Der Bereich in dem sich das Mischungsverhältnis bewegen darf ist relativ klein. Daher ist vor jeden Eingriff in das Gemischaufbereitungssystem genau zu überlegen, was für Folgen zu erwarten sind.
Beim Gleichdruckvergaser steuert der Fahrer über den Gasgriff, anders als z.B. bei Flachschiebervergasern, nicht direkt den Gasschieber (in der Abbildung der "Vacuum Piston", dt. Vakuumkolben). Stattdessen wird eine Drosselklappe (in der Abbildung das "Throttle Valve", dt. Drosselventil) in Luftstromrichtung HINTER dem Gasschieber bewegt.
Öffnet der Fahrer die Drosselklappe kann der Kolben im Ansaugtakt mehr Luft Ansaugen. Der Luftstrom durch das Vergaserrohr (Venturirohr) wird stärker. Der Luftstrom drückt nun gegen eine Feder den Gasschieber nach oben in Richtung des Vergaserdeckels. (Das ist nur Bildlich gesprochen, aber das genaue physikalische Prinzip sprengt hier den Rahmen)
Durch diese Aufwärtsbewegung wird auch die Düsennadel (in der Abbildung die "Jet Needle", dt. Düsennadel) aus der Nadeldüse (in der Abbildung "Main Nozzle") gezogen. Durch ihre konische Form gibt die Düsennadel dabei einen immer größeren Querschnitt der Nadeldüse frei, wodurch mehr Benzin vom Luftstrom in den Zylinder gesogen werden kann. Die Form der Nadel (und viele andere Faktoren!) legen das Mischungsverhältnis zwischen Benzin und Luft in Abbhängigkeit vom Luftstrom fest.
Ich denke nun sollte in den gröbsten Zügen klar sein, was passiert und wo die Drossel die Spitzenleistung der Sexy beschränkt.
Der erste Teil der Drossel, die vorher schon erwähnten Drosselblenden nach der Drosselklappe, beschränkt ganz einfach die Luftmenge die angesaugt werden kann, da bei gleichem Unterdruck, den der Kolben bei der Abwärtsbewegung erzeugt, weniger Luft durch einen kleines Luft gesogen werden kann.
Der zweite Teil der Drossel, ein Anschlag der am Vergaserdeckel befestigt ist, verhindert eine volltständige Öffnung des Gasschiebers. Dadurch wird, wie von den Drosselblenden, der Luftstrom zum Motor begrenzt und zusätzlich die Benzinmenge, die durch die Nadeldüse in den Zylinder gelangen kann, beschränkt.
So nun zu den Fragen:
würde es funktionieren wenn ich die anschläge der 98ps drossel reinhaue und meine "neuen" drosselblenden? wieviel ps hätte ich dann pi mal daumen? was schätzt du?
Das ist UNMÖGLICH zu schätzen. Wahrscheinlich aber Irgendwas zwischen 10 und 98PS.
Bau dir einfach die 48Ps drossel ein wenn du etwas mehr Leistung willst, biste wenigstens legal unterwegs
Wenn er seinen Führerschein vor 2013 gemacht hat (also noch nach dem alten Modell) ist der damit genau so illegal unterwegs wie ganz ohne Drossel
das problem sind nicht die drosselblenden sondern diese zylinder im ansaugstutzen der nicht genug luft rein lässt oder?
Siehe Oben. Ja genau das ist das 2. Problem.
Ich hoffe, das klärt jetzt wie Fragen.
Ein gut gemeinter Rat noch: Wenn ihr nicht genau wisst, was ihr macht: FINGER WEG vom Vergaser. Ohne Leistungsprüfstand und Testläufe holt man 100%ig sicher nicht mehr Leistung raus. Einfach warten bis man offen fahren darf. Das geht schneller als man denkt. (Ich habs auch ausgehalten....

)
Edited by ChefKoch2112, 19 July 2013 - 20:53 Uhr.